Die Peene

von Verchen bis Stolpe

vom 13.08. bis 17.08.2002

Teilnehmer: Noreen, Thomas, Mandy, Yvonne

Boote: 2 Inkas 525-Al

Dienstag, 13.08.2002

Bei strömenden Regen brachen wir am frühen Dienstagmorgen in Berlin zu unserer Paddeltour auf. Mit jedem Kilometer Richtung Malchin wuchs unsere Aufregung, da dies für 3 von uns das erste Mal Paddeln sein sollte. In Malchin angekommen, tauschten wir Autositz gegen Wandercanadier und versuchten nun das erste Mal unser Glück bei strahlendem Sonnenschein. Nachdem die ersten „Reinfall-Ängste" überwunden waren und die Paddelschläge kräftiger wurden, kam die Hoffnung, das wir doch einige Kilometer während unserer Tour trockenen Fußes
zurücklegen können. Aufgrund der herrschenden Windstärke 7 auf dem Kummorower See, wurden wir mit unseren Booten und dem Gepäck nach Verchen gebracht. Um die Seefahrt richtig angehen zu können, tauften wir unsere Boote (ohne Wein oder Champus, denn der war für uns) auf die Namen "Metall Inquisition" und "Höllenhund". Nun konnte es auf der schilfgesäumten Peene losgehen. Höllenhund jedoch begann sich recht schnell zu langweilen, da die Besatzung der "Metall Inquisition" sich als Aufgabe gemacht hatte, den Fluß zu vermessen. Bei der nächsten
Gelegenheit tauschten wir die Plätze und mit den neuen Besatzungen paddelten wir gemütlich weiter. Nach 8 km erkoren wir den Wasserwanderrastplatz Trittelwitz zu unserer 1. Übernachtungsstätte. Die Zelte waren schnell aufgeschlagen und das wohlverdiente Abendbrot schmeckte nach der Tour und an der frischen Luft allen. Nach uns traf noch eine Großfamilie ein, mit der wir den Abend bei Wein, Bier und mitgebrachten Rätsel- und Kartenspielen verbrachten. Nach und nach trollten wir uns aber in die Zelte, denn am morgigen Tag wollten wir früh aufbrechen.

Mittwoch, 14.08.2002

Um unser heutiges Ziel- die Loitzer Drehbrücke zu erreichen, standen wir viel zu früh auf und packten unsere Sachen zusammen. Noch schlaftrunkend stachen wir in die Peene, die sich in den frühen Morgenstunden von einer sehr ruhigen und schönen Seite zeigte. Fernab des Straßenlärms und mittendrin in der erwachenden Natur, kamen wir voll auf unsere Kosten. Das war Belohnung genug für das zeitige Aufstehen. Da sich aber recht schnell der Hunger bemerkbar machte, legten wir an der nächsten Möglichkeit an. Dort frühstückten wir nun an einem einsamen Waldbadestrand. Anschließend erledigten wir die morgendliche
Katzenwäsche mit einem Bad in der Peene. Am gegenüberliegendem Ufer fand sich sogar ein Baum mit Sprungseil, den wir für erste amateurhafte Flugversuche nutzten. Diese scheiterten allerdings schon fast beim krampfhaften Erklimmen des Ufers, welches recht steil und modrig war. Frisch gestärkt ging es nun auf zu unserem 2. Ziel: der Lidel Markt in Demmin. Wir parkten direkt in dem davor liegenden Hafenbecken und verluden die aufgestockten Vorräte direkt davor. Mit einer frischen Brise im Haar kämpften wir uns durch den Demminer Hafenkanal. Einheimische am Uferrand standen uns Laien jederzeit mit Rat, Tat und Uhrzeit, denn eine Uhr hatten wir nicht, zur
Seite, während wir auf der schilfgesäumten und naturbelassenen Peene paddelten. Irgendwo zwischen Kilometermarke 40 und 44 fanden wir ein sonniges Plätzchen, um uns von den Strapazen der Tour durch einen aufbauenden und erfrischenden Mittagsschlaf zu erholen. Anschließend paddelten wir unserem Tagesziel entgegen. 500 m vor der Loitzer Drehbrücke fand sich auf der rechten Uferseite ein lauschiges Plätzchen mit eigener Anlegebucht. Die Kühe von der Nachbarweide muhten uns zur Begrüßung zu, während wir bei Rührei mit Wurst, Lagerfeuer und Wein die letzten Stunden des Tages genossen. Eins haben wir uns dennoch vorgenommen: Morgen wird ausgeschlafen!

Donnerstag, 15.08.2002

Nach einem "erholsamen" 9 stündigen Schlaf, gab es Frühstück. Als erste Attraktion des Tages schwamm ein Biber an unserem Rastplatz vorbei. Guter Dinge traten wir bei super Sonnenschein unsere 3. Etappe auf der Peene an. Bei Kilometermarke 58, nach 3 stündiger Fahrt, gönnten wir uns und unseren Booten "Metall Inquisition" und "Höllenhund" eine ausgedehnte Mittagspause inklusive Mittagsschlaf. Anschließend ging es weiter
durch idyllische Waldabschnitte . Während der Fahrt entdeckten wir immer wieder umgerissene Bäume, deren Wurzelballen senkrecht aus dem Wasser stakten. Erstaunlich welche Gewalt doch Wasser hat. Bei der Weiterfahrt bat uns ein junger Mann um Hilfe, da sein Boot ein Defekt hatte. Nachdem auch das Problem gelöst war, paddelten wir nach Jarmen, unserem heutigen Etappenziel. Im Hafenbecken legten wir an und frischten unsere Vorräte
ein letztes Mal im dortigen Aldimarkt auf. 500 m hinter der letzten Brücke von Jarmen fand sich auf der linken Uferseite ein wunderschöner Liegeplatz - genauso wie er im Buche steht. Nachdem die Zelte standen, nutzten wir den Badestrand für ein paar Sprünge ins kühle Wasser und den Lagerfeuerplatz um auch diesen Tag zünftig ausklingen zu lassen.

Freitag, 16.08.2002

Heute schliefen wir kräftig aus. Gegen 11.30 Uhr, nach dem standesgemäßen Frühstück, brachen wir zu unserer letzten Paddeletappe auf. Die Kilometer schienen sich dahin zu ziehen. Ob das nur an der Hitze lag? Etwas Erholung brachten uns die schattigen Waldabschnitte. Auf der heutigen Strecke fiel uns auf, das der Schiffsverkehr stärker war, als an den vorangegangenen Tagen. Um jeder brenzligen und aufmüpfigen Bugwelle zu entkommen, traten wir beim sofortigen Auftauchen großer Boote auf der Peene sofort die Flucht ins Schilf an. Nicht das wir Angst hatten- neee - wir wollten nur keine
Wasserleichen werden. Bei Kilometermarke 80 wollten wir uns zu unserer alltäglichen Mittagsruhe niederlassen. Mehr als ein kurzes, schnelles Bad war jedoch nicht möglich, da sich der Rastplatz als wahre Mückenhölle entpuppte. Schnell waren unsere Kanus "Höllenhund" und "Metall Inquisition" wieder gepackt und wir verließen fluchtartig das Gelände. Unsere Kraftreserven neigten sich dem Ende und wir ließen uns mehr treiben als selbst aktiv zu paddeln. Allerdings konnten wir so die letzten Stunden auf der Peene noch richtig genießen. Erschöpft landeten wir am
Wasserwanderrastplatz Stolpe an, der sich als hervorrangender und kostengünstiger (6 Euro für 4 Personen + 2 Zelte) Anlegeplatz für den Schluß unserer Reise erwies. Statt mit einem gemütlichen Lagerfeuer, mußten wir mit einer verrückten Geburtstagsgesellschaft mit Fiddlern vor lieb nehmen. Unser alkoholisches Betthupferl schmeckte trotzdem, immerhin war es unser letzter gemeinsamer Abend. In der Nacht heckten Thor und Neptun ein gar wahrlich nasses Gewitter gegen uns aus und sendeten uns einen schlafraubenden Abschiedsgruß.

Samstag, 17.08.2002

Das letzte Mal packten wir unser Hab und Gut in die Gepäcktonnen und ließen uns das Frühstück an der Peene schmecken. Mit dem Auto wurden wir und unsere liebgewonnenen
Boote "Metall Inquisition" und "Höllenhund" abgeholt und nach Malchin gefahren. Mit einem letzten Bad hieß es nun Abschied nehmen von der Peene. Alles in
allem war die Tour super geil: nette Leute, immer schöne Schlafplätze, gute Einkaufsmöglichkeiten und "een kleenes bissl Idülle war och dabei". -).

(Noreen, Thomas, Mandy, Yvonne)

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