Die Peene

von Verchen bis Gützkow

vom 16.05. bis 20.05.2002

Teilnehmer: Ines, Caro, Rehsi, Antje, Barbara, Anja, Ilka, Micha, Ulf, Jochen, Christof, Rodge, Jan, Hannes, Ludwig, Björn, Thomas, Frank, Bernd und Jörg

Boote: 10 Inkas 525-Al

Donnerstag, 16.05.2002

Diese Jugendfreizeit der Stadt Bad Doberan führte uns diesmal an die Peene nach Vorpommern. Nachdem wir mit zwei Kleinbussen und einem PKW am späten Nachmittag in Bad Doberan gestartet waren, erwarteten uns in Verchen am Wasserwanderrastplatz (eine Ausschilderung
des Wasserwanderrastplatz an der B 194 und im Ort wäre hilfreich) schon unsere Kanus mit dem notwendigen Zubehör. Unser Vermieter, Klaus Hänßgen vom kanuhaus.de erwartete uns schon ungeduldig. Nett und freundlich gestaltete sich die Übergabe der Kanus. Kanus aus Aluminium, es sollte eine
neue Erfahrung werden.
Der Wasserwanderrastplatz in Verchen sah zwar nicht sehr groß aus, aber die Anlage und der Betreiber waren dafür top. Die erwartete Mückenplage am Abend hielt sich in Grenzen.

Freitag, 17.05.2002

Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück, sollte sich die Fahreigenschaft der Alu-Inkas zeigen. Erstes Etappenziel mit 17 km war Demmin. Das Wetter zeigte sich auch von der Sonnenseite und dem entsprechend war auch die Stimmung im Team gut. Am Abzweig Darguner Kanal die erste Wasserberührung eines Teilnehmerbootes.
U-49 testete die Wassertemperatur und die Qualität mit einer nicht ganz astreinen Eskimorolle. Probleme gab es bei der Anlandung von Ulf und Jochen, da es weit und breit kein festes Ufer gab. Als Rettung erwies sich eine Aufschichtung von Schilf und allerlei Grünzeug geeignet, um den
Alukörper wieder mit Luft zu füllen. Trockene Sachen wurden ausgetauscht und mit einem wärmenden Schluck ging es dann weiter.
In Trittelwitz dann die ersten Biberspuren und auch die erste Biberburg, wenn man dem Fachmann glaubt. Kurze Rast mit Mittageinnahme am Wasserrastplatz und dann im gemächlichen Tempo weiter. Kurz vor Demmin dann unsere Begegnung mit einem Fischotter. Ziemlich jung noch, dafür aber genauso neugierig wie wir. Es war unsere erste Begegnung mit dem sonst so scheuen Otter. Kurz darauf verschwand er auch im Gestrüpp. Am Rastplatz Demmin angekommen, erwartete uns schon ein netter
und auch resoluter Platzwart. Kurioserweise kostete die Übernachtung auf diesen Wasserwanderrastplatz fast schon das doppelte als in Verchen, nämlich 4 Euro pro Zelt. Auch die begehrten Duschmarken von einem Euro entsprachen nicht der angebotenen Duschzeit in der Sanitäreinrichtung, dafür war sie aber sehr gepflegt.
Ein Bummel durch die tote Stadt Demmin (kaum Leute auf den Strassen und Gastronomie, die zum verweilen einlädt, konnten wir auch nicht entdecken) rundeten den Abend ab. Durch die schwere erste Etappe verkroch sich das Groh frühzeitig in den Zelten.

Samstag, 18.05.2002

Am nächsten Morgen fiel das Aufwachen nicht schwer, da die Sonne ins Zelt schien und auch die diversen Wasservögel genug Frühstücksmusik am Wasser zelebrierten. Der Bäcker um die Ecke war auch schnell gefunden, so dass der Tag angenehm beginnen konnte.
Die zweite Etappenziel hieß Alt Plestlin. Die Fahrzeuge wurden zum Zielort vorgefahren, was eine Menge Zeit in Anspruch nahm Wir versuchten den Pfarrhof in Sophienhof ausfindig zumachen, der aber z.Zt. nicht besetzt war. Neues Ziel Alt Plestlin - ein Ort wie sein Name. Zum Wasserwanderrastplatz eine schöne neue gesperrte Schranke. Fahrzeuge also davor stehen lassen? - in Vorpommern riskant, im Nachhinein wohl doch sicher.
Zum Mittag ablegen aus Demmin und ab in Richtung Loitz. Die Tour lief ohne bemerkenswerte Vorkommnisse bei Sonnenschein und Flaute, doch recht eintönig ab.
Gerastet wurde in der Müggenhochburg vor
Loitz. In Loitz stand unsere pommersche Biertrinkerfangemeinde mit diverser Bass- Mucke bereit, um uns netterweise die letzten Bierreserven abzubetteln. Wir saßen zum Glück im Boot, so dass wir genüsslich unseren Gerstensaft selbst konsumieren konnten. Nach dieser sonnigen und nicht endeten Etappe trafen wir zum Abend auf dem "riesigen" Areal des Wasserwanderrastplatzes ein. Klohäuschen mit Anmeldung und der Standart mäßige Grillplatz, sowie ca. 40 m² Wieschen zum Zelten. Nun waren wir aber nicht die ersten, die diesen Wasserrastplatz zum Pfingstsonnabend aufsuchten. Nach etlichem Gedränge fanden alle zehn Zelte unserseits und die restlichen Zelte ein Plätzchen in und um das Klohäuschen.
Bei der Anmeldung stand uns eine nette freundliche junge Person vertretungsweise gegenüber, die von Booten und Gebühren null Ahnung hatte. Die Gebührenordnung in der einen Hand, die hatten die Gemeindevertreter wohl übern Herrentag abgesegnet- nach den ausgewiesenen Preisen, wollte uns die junge Frau doch glatt
Slip- und Bootsgebühren abnehmen - bei Kanus. Wir vertrösteten sie auf den Sonntag, wo der Wasserwanderrastplatz - Kapitän oder kurz Chef wieder da wäre und wir die Gebühren mit ihm klären wollten. Dieser sollte noch seinen Kulturbeitrag am Abend bestreiten. Nachdem der gemütliche Teil des Abends begann, tauchte der Jubilar – Chef mit Gefolge, leicht vernebelt, am Rastplatz auf. Seiner Lautstärke und der stark alkoholisierten Fahne im Gepäck, war sein Zustand stark promillehaltig geprägt.
In seiner Chefrolle wollte er, oder besser versuchte er, uns Strafsündern die entsprechenden Bootsliegegebühren abzuknöpfen, was ihn nach längerer Diskussion auch gelang. Dafür durften wir auch wohlwollend unseren Bus den Abend über am Rastplatz stehen lassen.
Anmerkend ist noch zu berichten, dass solche Gebühren, oder deren Auslegung den Tourismus in der Region doch mehr schaden- als sie nützen. Entschädigung für die 25 Euro Bootsliegegebühr (unsere Boote lagen am Festland) war der langsam vorbeiziehende Biber - Peene aufwärts.

Sonntag, 19.07.2001

Die dritte Etappe wollten wir doch ziemlich zeitig in Angriff nehmen, bevor weitere Gebühren anfallen. Es sollte die längste werden mit 22 km.
Regen in Sprühregen übergehend begleitete uns bis nach Jarmen, wo wir auch kurze Rast am Hafen machten. Eine Entschuldigung an den örtlichen Bauhof möchten wir noch loswerden, da wir unseren Müll bei der Rasthütte einfach daneben stellten. Es war weit und breit kein Papierkorb zu entdecken. Man sollte darüber nachdenken, oder einfach handeln. Zum Glück hörte kurz hinter
Jarmen der Regen auf, so dass der Rest der Tour nach den etlichen Flusswindungen sein Ende nahm. Eine Ausschilderung des Geländes des Kanuvereins Gützkow wäre sehr hilfreich.
Auf dem Gelände wurden wir herzlich von Bodo und einer Schar netter alternativen Berlinern begrüßt. Nach dem Zeltaufbau und diverser Toilettengeschäfte wurde der Ort zum gemütlichen Abendbrot inspiziert. Nur die nette Wirtin vom Deutschen Haus war noch bereit, für uns 12 Personen ein Abendbrot aufzutischen, aber nur
Einheitsspeise Paprikasteack- in DDR Manier. Geschmeckt hat es allen, nur die unterschiedlichen Preise beim Bezahlen verwunderten im Nachhinein doch.
Pfingsten ist ein hartes Geschäft und das nicht nur für Urlauber.
Übrigens, eine Übernachtung auf dem Gelände des Kanuvereins kostete nicht wie mitgeteilt 2,50 Euro sondern 5 Euro pro Zelt, oder waren da auch schon Bootsliegegebühren dabei !

Unser Fazit zur Pfingsttour:

Die Peene ist ein schönes Kanurevier mit einer Vielzahl von Flora und Fauna, leider für Mehrtageswanderungen zu eintönig und zu weitläufig. Das Umfeld sollte sich doch mehr auf die Bedürfnisse der Urlauber, mit Angeboten und fairen Preisen einstellen.
Die sicher stark geförderten und gut gebauten Wasserrastplätze mit einem einheitlichen Preissystem zu vernetzen und doch nur fähige Leute, wie in Verchen und Demmin einsetzen.
Bedanken möchten wir uns auf diesem Wege beim kanuhaus.de und bei der netten Wirtin vom Deutschen Haus in Gützkow.

Jörg Zimmermann

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